Poetik
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Die Sprache weiß mehr als die Geschichte
Christine Wunnicke – Würdigung anlässlich der Zuerkennung des Georg-Büchner-Preises 2026 Es soll ja Lyriker geben, die Romane nur deshalb lesen, um sich anschließend bestätigt zu fühlen, dass Gedichte die elegantere Lösung gewesen wären. Christine Wunnickes Bücher gehören nicht in diese Kategorie. Sie erinnern vielmehr daran, dass Präzision keine Frage der Seitenzahl ist. Dass Christine Wunnicke… Continue reading
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Wird Welt ge-zählt oder er-zählt?
Was möglicherweise nicht hierher gehört, aber einmal gesagt werden muss. Es gibt keine Gerechtigkeit der Geschichte. Geschichte ist kein Gerichtshof. Sie spricht keine Urteile und verteilt keine Strafen. Sie bewahrt nur die Spuren dessen, was Menschen einander antaten und dessen, was sie füreinander wagten. Die Tyrannen glaubten, ihre Namen würden aus Stein bestehen. Doch der… Continue reading
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Poetik des Hörens
Stefan Plasa Am Anfang eines Gedichts steht weniger ein bestimmter Gedanke als vielmehr ein Hören. Noch bevor Sprache etwas bezeichnet, ist sie Klang, Atem, Rhythmus, Zögern, Echo. Das Gedicht entsteht nicht allein, weil ein Gedanke ausgesprochen werden möchte, sondern weil etwas gehört werden will. Hören meint dabei mehr als das Wahrnehmen von Lauten. Es ist… Continue reading
