Hören
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Ich verstehe das nicht. | Über Gedichte, Bedeutungen und andere Zumutungen
Manchmal sagen mir Leserinnen und Leser meiner Gedichte: Ich verstehe das nicht. Ich antworte dann meistens: Versuche nicht zuerst, es zu verstehen. Versuche, etwas zu empfinden. Das ist natürlich eine etwas unbefriedigende Antwort. Besonders für Menschen, die in ihrem Leben gelernt haben, dass Texte dazu da sind, verstanden zu werden. Man liest eine Gebrauchsanweisung, um… Continue reading
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Wer sieht hier eigentlich wen? | Michaela Thunemann: Augenschiffe
Michaela Thunemann: Augenschiffe In den Zeiten unserer Ehe, in denen meinen Mann und ich uns füreinander verloren glauben, in den schweigsamen Zeiten, in denen wir einander aufgeben, fällt mein Blick manchmal auf das Poster der ersten Ausstellung, die wir miteinander besucht haben. Eine nackte, alternde Frau steht mit trotzigem Blick, aber gelassen und selbstbewusst über… Continue reading
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Warum eigentlich überhaupt schreiben?
Über Notizbücher, einen Schwammpilz und die verspätete Rückkehr einer Stimme Es gibt Dinge, die ich nicht sagen kann. Das ist zunächst einmal eine etwas ungünstige Voraussetzung für jemanden, der einen erheblichen Teil seines Lebens mit Sprache verbringt. Aber so ist es nun einmal: Es gibt heftige Gefühle, für die mir die Wörter fehlen. Erinnerungen, die… Continue reading
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Michael Bernal Copano: Täuschende Einsicht
Täuschende Einsicht Ein Blättchen tanzt im Spinnengewebeund schreckt mir ins sonnenstrahlverwinkelte Augeden Umriss des Urzeitenwesengewesensin groß da an meiner Hütte im Garten. Erinnerung greift ins Niemalsgewesenund fördert in Strömen Gerinnsalgetuschel.Getuschtes, verhuschtes, Geworfenseindaseinzum Wegsein im Bleiben zerrbildlichen Sehens. An die Hütte im Garten tret‘ ich versonnenund witternd nach allen Zeiten im Raum.Ein Blättchen tanzt im Spinnengewebeund… Continue reading
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Wer erinnert sich an unseren Anfang? – Louise Glück: Winterrezepte aus dem Kollektiv
Es muss eine eigentümliche Erfahrung sein, irgendwann festzustellen, dass niemand mehr lebt, der einen als Baby gekannt hat. Nicht als Kind, an das man sich selbst noch erinnert. Früher. Als jenen kleinen Menschen, von dessen Leben man nur weiß, weil andere davon erzählt haben. Ob man viel geschrien hat. Ob man friedlich war. Wie man… Continue reading
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Diana Jahr – diese wildnis
diese wildnis zwischen zwei buchseitentummeln sich wörterzeichen eines traumsmit offenen türenführen ins grünoder violett oderin eine tiefezwischen zwei buchdeckelnwohnen gedichtebereit das fliegen zu lernenund neue gewohnheitenwerden mir lieb Resonanz Warum lesen wir eigentlich? Nicht so sehr, um Antworten zu finden. Vielleicht nicht einmal, um Geschichten zu erfahren. Eher schon: weil zwischen zwei Buchdeckeln etwas auf… Continue reading
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in eigener Sache – Echo. ohne Mund.
Der erste Lyrikband ist erschienen und ab heute im Buchhandel erhältlich. Kommentar des Verlags zum Buch Was bleibt von einer Stimme, wenn niemand mehr antwortet? Was geschieht mit Namen, Erinnerungen und Landschaften, wenn Sprache selbst zu verschwinden beginnt? In seinem ersten Gedichtband entwirft Stefan Plasa eine Poetik des Hörens. Seine Texte bewegen sich zwischen Mythos… Continue reading
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Brigitte Barner – im Schatten
im Schatten im Schatten des alten Baumeslernten wir das Flüsternkonnten das Ungesagte hörenein Ast fand den andernund wir erkannten unsin den Wurzelnfort gingen wirberauscht vom Blätternerst wenn die Stille uns wiederfindetwächst unter unserem Blickein leiser Wald Resonanz Brigitte Barner empfängt in ihrem Gedicht im Schatten ihre Leserinnen und Leser nicht mit einem Bild, sondern mit… Continue reading
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Poetik des Hörens
Stefan Plasa Am Anfang eines Gedichts steht weniger ein bestimmter Gedanke als vielmehr ein Hören. Noch bevor Sprache etwas bezeichnet, ist sie Klang, Atem, Rhythmus, Zögern, Echo. Das Gedicht entsteht nicht allein, weil ein Gedanke ausgesprochen werden möchte, sondern weil etwas gehört werden will. Hören meint dabei mehr als das Wahrnehmen von Lauten. Es ist… Continue reading
