Poet
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Ich verstehe das nicht. | Über Gedichte, Bedeutungen und andere Zumutungen
Manchmal sagen mir Leserinnen und Leser meiner Gedichte: Ich verstehe das nicht. Ich antworte dann meistens: Versuche nicht zuerst, es zu verstehen. Versuche, etwas zu empfinden. Das ist natürlich eine etwas unbefriedigende Antwort. Besonders für Menschen, die in ihrem Leben gelernt haben, dass Texte dazu da sind, verstanden zu werden. Man liest eine Gebrauchsanweisung, um… Continue reading
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Warum eigentlich überhaupt schreiben?
Über Notizbücher, einen Schwammpilz und die verspätete Rückkehr einer Stimme Es gibt Dinge, die ich nicht sagen kann. Das ist zunächst einmal eine etwas ungünstige Voraussetzung für jemanden, der einen erheblichen Teil seines Lebens mit Sprache verbringt. Aber so ist es nun einmal: Es gibt heftige Gefühle, für die mir die Wörter fehlen. Erinnerungen, die… Continue reading
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Die Weltliteratur hat mir geschrieben | Über Nobelpreisträger, Bestsellerautorinnen und andere Menschen, die dringend meine Kreditkartennummer benötigen
Ein Kommentar zur plötzlichen Beliebtheit einer ansonsten kaum sichtbaren Autoren-Gattung Seit ich mich in den sozialen Netzwerken als Autor zu erkennen gegeben habe, ereignet sich etwas Wunderbares: Die Weltliteratur sucht meine Nähe. Neulich schrieb mir Damon Galgut. Also vermutlich nicht Damon Galgut selbst. But what the heck: seien wir nicht kleinlich. Der vermeintliche Booker-Preisträger wollte… Continue reading
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Michael Bernal Copano: Täuschende Einsicht
Täuschende Einsicht Ein Blättchen tanzt im Spinnengewebeund schreckt mir ins sonnenstrahlverwinkelte Augeden Umriss des Urzeitenwesengewesensin groß da an meiner Hütte im Garten. Erinnerung greift ins Niemalsgewesenund fördert in Strömen Gerinnsalgetuschel.Getuschtes, verhuschtes, Geworfenseindaseinzum Wegsein im Bleiben zerrbildlichen Sehens. An die Hütte im Garten tret‘ ich versonnenund witternd nach allen Zeiten im Raum.Ein Blättchen tanzt im Spinnengewebeund… Continue reading
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Lyrik mit Bedienungsanleitung. Über Gedichte, Gefühle und die bedauerliche Eigenmächtigkeit des Lesers
Eine kleine poetologische Nachdenklichkeit – nach einem abgebrochenen Dialog zur Lesart einer Lyriksammlung Es scheint mir, als habe sich in Teilen der sozialen Netzwerke eine neue literarische Gattung etabliert. Sie heißt weiterhin „Lyrik“, trägt den zusätzlichen Titel „Poesie“ und besteht aber nicht selten aus einer persönlichen Befindlichkeit, einigen Zeilenumbrüchen und der stillschweigenden Erwartung, dass die… Continue reading
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Wer erinnert sich an unseren Anfang? – Louise Glück: Winterrezepte aus dem Kollektiv
Es muss eine eigentümliche Erfahrung sein, irgendwann festzustellen, dass niemand mehr lebt, der einen als Baby gekannt hat. Nicht als Kind, an das man sich selbst noch erinnert. Früher. Als jenen kleinen Menschen, von dessen Leben man nur weiß, weil andere davon erzählt haben. Ob man viel geschrien hat. Ob man friedlich war. Wie man… Continue reading
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Wenn die Welt weint, bleibt ein Du
Gedanken zu Else Lasker-Schülers Gedicht Weltende (1903) Es ist ein Weinen in der Welt,Als ob der liebe Gott gestorben wär,Und der bleierne Schatten, der niederfällt,lastet grabesschwer. Komm, wir wollen uns näher verbergen …Das Leben liegt in aller HerzenWie in Särgen. Du! wir wollen uns tief küssen –Es pocht eine Sehnsucht an die Welt,An der wir… Continue reading
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Sendepause. Oder: Eine kleine Apologie der Prokrastination
Fast vierzehn Tage ist es her, dass mo.rph einen Beitrag veröffentlicht hat. Vierzehn Tage, die sich gerade im Sommer zusätzlich dehnen. Für ein Online-Journal ist das ungefähr das Pleistozän. Algorithmen werden nervös. Reichweiten brechen ein. Irgendwo empfiehlt vermutlich gerade jemand dringend einen Content-Plan. mo.rph hat derweil: nichts veröffentlicht. Das ist nicht ganz richtig. Auf dem… Continue reading
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Giorgos Seferis – Mythischer Lebensbericht | Besprechung eines modernen Klassikers in 24 Schritten
Giorgos Seferis, Mythischer Lebensbericht I – Heimkehr ins Fremde – Den Boten Giorgos Seferis‘ (1900 – 1971) großer Zyklus Mythischer Lebensbericht, in der Reihe „Poesie“ bei Suhrkamp 1962 in Christian Enzensbergers kraftvoller Übersetzung erschienen (das griechische Original wurde bereits 1935 veröffentlicht) beginnt mit einer Reise. Nicht mit der Abfahrt. Mit der Rückkehr. Der Mythische Lebensbericht… Continue reading
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Regina Schrott – blätter im wind
blätter im windblätter, die treibenblätter, auf denen wirgedichte schreiben gedankengefühle was unsin der weltbewegt blätter im windblätter, die treibenblätter, auf denen wirgedichte schreiben Resonanz Es gibt Geschenke, die ihren eigentlichen Sinn nicht in dem Moment preisgeben, in dem wir sie entgegennehmen. Sie begleiten uns zunächst schweigend. Erst nach und nach beginnen sie zu sprechen. Zusammen… Continue reading
