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Ich verstehe das nicht. | Über Gedichte, Bedeutungen und andere Zumutungen
Manchmal sagen mir Leserinnen und Leser meiner Gedichte: Ich verstehe das nicht. Ich antworte dann meistens: Versuche nicht zuerst, es zu verstehen. Versuche, etwas zu empfinden. Das ist natürlich eine etwas unbefriedigende Antwort. Besonders für Menschen, die in ihrem Leben gelernt haben, dass Texte dazu da sind, verstanden zu werden. Man liest eine Gebrauchsanweisung, um… Continue reading
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Michael Bernal Copano: Täuschende Einsicht
Täuschende Einsicht Ein Blättchen tanzt im Spinnengewebeund schreckt mir ins sonnenstrahlverwinkelte Augeden Umriss des Urzeitenwesengewesensin groß da an meiner Hütte im Garten. Erinnerung greift ins Niemalsgewesenund fördert in Strömen Gerinnsalgetuschel.Getuschtes, verhuschtes, Geworfenseindaseinzum Wegsein im Bleiben zerrbildlichen Sehens. An die Hütte im Garten tret‘ ich versonnenund witternd nach allen Zeiten im Raum.Ein Blättchen tanzt im Spinnengewebeund… Continue reading
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Wenn die Welt weint, bleibt ein Du
Gedanken zu Else Lasker-Schülers Gedicht Weltende (1903) Es ist ein Weinen in der Welt,Als ob der liebe Gott gestorben wär,Und der bleierne Schatten, der niederfällt,lastet grabesschwer. Komm, wir wollen uns näher verbergen …Das Leben liegt in aller HerzenWie in Särgen. Du! wir wollen uns tief küssen –Es pocht eine Sehnsucht an die Welt,An der wir… Continue reading
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Sendepause. Oder: Eine kleine Apologie der Prokrastination
Fast vierzehn Tage ist es her, dass mo.rph einen Beitrag veröffentlicht hat. Vierzehn Tage, die sich gerade im Sommer zusätzlich dehnen. Für ein Online-Journal ist das ungefähr das Pleistozän. Algorithmen werden nervös. Reichweiten brechen ein. Irgendwo empfiehlt vermutlich gerade jemand dringend einen Content-Plan. mo.rph hat derweil: nichts veröffentlicht. Das ist nicht ganz richtig. Auf dem… Continue reading
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Giorgos Seferis – Mythischer Lebensbericht | Besprechung eines modernen Klassikers in 24 Schritten
Giorgos Seferis, Mythischer Lebensbericht I – Heimkehr ins Fremde – Den Boten Giorgos Seferis‘ (1900 – 1971) großer Zyklus Mythischer Lebensbericht, in der Reihe „Poesie“ bei Suhrkamp 1962 in Christian Enzensbergers kraftvoller Übersetzung erschienen (das griechische Original wurde bereits 1935 veröffentlicht) beginnt mit einer Reise. Nicht mit der Abfahrt. Mit der Rückkehr. Der Mythische Lebensbericht… Continue reading
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Regina Schrott – blätter im wind
blätter im windblätter, die treibenblätter, auf denen wirgedichte schreiben gedankengefühle was unsin der weltbewegt blätter im windblätter, die treibenblätter, auf denen wirgedichte schreiben Resonanz Es gibt Geschenke, die ihren eigentlichen Sinn nicht in dem Moment preisgeben, in dem wir sie entgegennehmen. Sie begleiten uns zunächst schweigend. Erst nach und nach beginnen sie zu sprechen. Zusammen… Continue reading
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Diana Jahr – diese wildnis
diese wildnis zwischen zwei buchseitentummeln sich wörterzeichen eines traumsmit offenen türenführen ins grünoder violett oderin eine tiefezwischen zwei buchdeckelnwohnen gedichtebereit das fliegen zu lernenund neue gewohnheitenwerden mir lieb Resonanz Warum lesen wir eigentlich? Nicht so sehr, um Antworten zu finden. Vielleicht nicht einmal, um Geschichten zu erfahren. Eher schon: weil zwischen zwei Buchdeckeln etwas auf… Continue reading
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Brigitte Barner – Abschied
Abschied Nimm den Abschiedin den Armwie einen Vogelmit verletztem Flügelerst schlägt er um sichscheut dein Gesichtwill hinaus ins Leerenimm den Abschied in den Armhalt ihn nicht festhalte ihn nurbis er ruhig wirdso lernst dudass er kein Feind istsondern ein Gastsein Gewichtgeringer als dein Herzer legt es dir zurückwenner gehtund du bleibstaufrechtmit leeren Händendie wieder bereit… Continue reading
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in eigener Sache – Echo. ohne Mund.
Der erste Lyrikband ist erschienen und ab heute im Buchhandel erhältlich. Kommentar des Verlags zum Buch Was bleibt von einer Stimme, wenn niemand mehr antwortet? Was geschieht mit Namen, Erinnerungen und Landschaften, wenn Sprache selbst zu verschwinden beginnt? In seinem ersten Gedichtband entwirft Stefan Plasa eine Poetik des Hörens. Seine Texte bewegen sich zwischen Mythos… Continue reading
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Diana Jahr – im vorbeigehen. moment
im vorbeigehen. moment mal wege. derzeit laufen wirdavon. sagst dulaue nächte sind rardiesen sommersehen wir schrägeinfallen. den regenbegleiten die kinderder kinder nicht mehrmeer und bergeeine symbiosesind wir. wegeim moment nur worteund lesende am randkaum sichtbar. Resonanz Gute Lyrik zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass sie sich oft erst beim zweiten oder dritten Lesen öffnet. Nicht weil… Continue reading
